Boris CLIVAZ (Gefiswiss): Sommerlicher Komfort – alles entscheidet sich in der Planung
Veröffentlicht am: 15. April 2026
Im Rahmen des REM SWISS 2026 haben wir mit Boris Clivaz, CEO von Gefiswiss, über die Herausforderungen des sommerlichen Komforts in der Immobilienentwicklung gesprochen.
Sein Fazit ist klar: In der Schweiz ist die Berücksichtigung von sommerlicher Überhitzung noch vergleichsweise neu. Gebäude wurden historisch vor allem für den Winter konzipiert – die Anpassung an veränderte klimatische Bedingungen erfordert heute ein Umdenken.
Ein Wandel, der Zeit braucht
Mit der Zunahme von Hitzeperioden entwickeln sich die Anforderungen weiter. Neue Regelwerke, insbesondere der MoPEC 2025, berücksichtigen den sommerlichen Komfort zunehmend stärker.
Gleichzeitig ist ein grosser Teil des bestehenden Gebäudeparks nicht auf diese Anforderungen ausgelegt. Daraus ergibt sich eine Lücke zwischen heutigen Erwartungen und bestehender Bausubstanz.
Die Bedeutung der Planung
Für Boris Clivaz liegt der wichtigste Hebel in der Planung selbst.
Mehrere Faktoren beeinflussen das thermische Verhalten eines Gebäudes:
- die Ausrichtung
- der Anteil an Glasflächen, insbesondere bei exponierten Fassaden
- die verwendeten Materialien
- die Lüftung
- sowie die Farbgebung der Gebäudehülle
Einzeln betrachtet erscheinen diese Elemente oft nebensächlich – in ihrer Kombination haben sie jedoch einen entscheidenden Einfluss auf die Überhitzung.
Vorausschauend planen statt nachträglich korrigieren
Ist ein Gebäude einmal realisiert, sind Anpassungen oft nur mit erheblichem Aufwand möglich.
Umso wichtiger ist es, diese Aspekte frühzeitig in die Planung zu integrieren. Dies bedeutet auch, bestehende Denkweisen zu hinterfragen – insbesondere im Spannungsfeld zwischen Architektur, Nutzung und thermischer Performance.
Das vollständige Video-Interview mit Boris Clivaz finden Sie unten.