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Datenqualität als Grundlage für Strategie und transparente Kommunikation

Veröffentlicht am: 23. Januar 2026

Podiumsdiskussion Immo26, Oerlikon – 15. Januar 2026, 15:30 Uhr

Teilnehmende:
– Patrick Suter, Leiter Immobilienanlagen, Baloise Asset Management AG
– Heidi Gysi, Director, Co-Head Sustainable Finance Law in Financial Services, Ernst & Young Ltd
– Daniel Imgrüth, Geschäftsführer und Energieberater, Schnyder Ingenieure

Moderation: Yannick Tinguely, Leiter Deutschschweiz, Signa-Terre SA

Im Rahmen des Immo26-Panels zum Thema Energiedaten wurde ein gemeinsames Fazit deutlich: Ohne verlässliche, konsistente und verständliche Daten ist ein effektives Energiemanagement von Gebäuden nicht möglich. Energiedaten sind längst nicht mehr nur ein Instrument für regulatorisches Reporting, sondern ein zentrales Werkzeug für Entscheidungen, Kommunikation und operative Steuerung.

Für Patrick Suter, Leiter Immobilienanlagen bei Baloise Asset Management, sind Energiedaten eine unverzichtbare Grundlage. Ohne sie gleicht das Management eines Immobilienportfolios einem Blindflug. Richtig eingesetzt machen sie CO₂-Reduktionsziele konkret, messbar und vergleichbar – sowohl auf Objektebene als auch auf Portfolioebene. Sie ermöglichen es, Prioritäten zu setzen, Investitionen gezielt zu steuern und Strategien differenziert pro Gebäude zu entwickeln.

Daniel Imgrüth, Geschäftsführer und Energieberater bei Schnyder Ingenieure, betonte die zentrale Rolle der Daten in der ingenieurtechnischen Praxis. Sie bilden die Basis für die Identifikation von Einsparpotenzialen, die Definition gezielter Massnahmen und die Optimierung bestehender Systeme. Verlässliche Daten verhindern Fehlentscheidungen – etwa eine Überdimensionierung von Anlagen – und unterstützen die Auswahl geeigneter technischer Lösungen. Zudem ermöglichen sie eine fundierte wirtschaftliche Bewertung von Projekten, beispielsweise im Bereich Photovoltaik oder hybrider Heizsysteme.

Aus Sicht von Audit und Beratung hob Heidi Gysi, Director bei Ernst & Young, die steigenden Anforderungen an die Datenqualität hervor. Verlässlichkeit, Konsistenz, Nachvollziehbarkeit und eine saubere Dokumentation der Datenquellen sind entscheidend, um regulatorische Vorgaben zu erfüllen und die Glaubwürdigkeit des Reportings sicherzustellen. Daten müssen vollständig, korrekt und in ausreichender Granularität verfügbar sein. Schätzwerte sind zulässig, müssen jedoch klar gekennzeichnet, begründet und transparent dokumentiert werden.

Die Diskussion zeigte auch die aktuellen Herausforderungen im Markt auf: fragmentierte Datenquellen, fehlende Harmonisierung und ein hoher Aufwand für die Dokumentation erschweren das Energiemanagement. Gleichzeitig ist eine klare Verbesserung der Datenqualität erkennbar – getrieben durch regulatorische Anforderungen und steigende Erwartungen der Investoren, die zunehmend auf quantitative Nachweise statt auf Absichtserklärungen setzen.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die Nutzung gemessener Daten, idealerweise in hoher Frequenz oder in Echtzeit. Kontinuierliches Monitoring ermöglicht es, Abweichungen frühzeitig zu erkennen, Systeme anzupassen und die Wirkung von Massnahmen direkt zu überprüfen. Damit wird der tatsächliche Effekt von Energieoptimierungen sichtbar – sowohl in Bezug auf Verbrauch als auch auf Kosten, oft mit kurzen Amortisationszeiten.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Verständlichkeit der Daten. Auch wenn die detaillierte Analyse Expertinnen und Experten vorbehalten bleibt, müssen die Ergebnisse in klare, vergleichbare Kennzahlen übersetzt werden. Die Fähigkeit, komplexe Daten in verständliche und handlungsrelevante Informationen zu überführen, ist entscheidend für eine wirksame Strategie und eine transparente Kommunikation.

Stimmen aus dem Panel

Patrick Suter:
«Ohne verlässliche Energiedaten ist das Management eines Immobilienportfolios ein Blindflug. Richtig genutzt machen sie CO₂-Ziele konkret, messbar und umsetzbar.»

Daniel Imgrüth:
«Energiedaten sind die Grundlage unserer Arbeit. Sie zeigen, wo Einsparungen möglich sind, und belegen, dass Massnahmen tatsächlich wirken.»

Heidi Gysi:
«Die Zeit der Absichtserklärungen ist vorbei. Regulatoren und Investoren verlangen quantitative Nachweise auf Basis nachvollziehbarer, verlässlicher und dokumentierter Daten.»


Artikel erstellt von Signa-Terre