Wie wird Energiedatenmanagement zum strategischen Hebel in der Immobilienbewirtschaftung ?
Veröffentlicht am: 7. November 2025
Der Immobiliensektor befindet sich im Wandel – geprägt von Energiewende und Digitalisierung. Für Virginie Galland, CEO der Naef Gruppe, wird die Energiedatenbasis zunehmend zum zentralen Steuerungsinstrument für Nachhaltigkeit, Effizienz und den Dialog mit Eigentümern.
Welche Rolle spielen Energiedaten heute in Ihrer Tätigkeit?
Virginie Galland: Eine zentrale. Sie sind entscheidend für die Planung von Unterhalt und Sanierungen sowie für die Dimensionierung technischer Anlagen. Gleichzeitig ermöglichen sie die Überwachung und Optimierung des Energieverbrauchs. Mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz wird ihre Bedeutung weiter zunehmen.
Was hat sich dadurch konkret in Ihrer Arbeitsweise verändert?
V.G.: Es ist weniger ein Wandel als vielmehr eine Weiterentwicklung. Bei Naef haben wir einen eigenen Bereich für energetische Sanierungen aufgebaut. Die Lösungen von Signa-Terre ergänzen diesen gezielt. Sie schaffen Transparenz und unterstützen unsere Entscheidungen, ohne unsere operative Expertise zu ersetzen.
Sie sprechen von künstlicher Intelligenz. Welche Rolle wird sie künftig spielen?
V.G.: KI wird zu einem Entscheidungsinstrument. Sie analysiert Energieflüsse, berechnet Bedarfe und unterstützt bei der Dimensionierung technischer Anlagen. Sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen ermöglicht sie präzisere technische Entscheidungen, insbesondere im Bereich Heizungssysteme.
Wie gestalten Sie die Zusammenarbeit mit Signa-Terre?
V.G.: Signa-Terre unterstützt uns bei der Verarbeitung und Verknüpfung grosser Datenmengen und liefert qualitativ hochwertige Auswertungen. Die Plattform verbessert unsere Gesamtübersicht und hilft uns, Prioritäten zu setzen. Sie ist ein wertvolles Instrument für Immobilienverwaltungen, insbesondere für die Planung von Massnahmen und das Monitoring von Energieverbräuchen.
Hat diese Zusammenarbeit Auswirkungen auf Ihre Teams oder Ihre Kunden?
V.G.: Ja. Unsere Teams arbeiten sowohl vor Ort als auch im Büro mit den Daten: Sie erfassen Informationen, prüfen diese und formulieren Empfehlungen. Die Ergebnisse werden in technischen Berichten zusammengefasst und mindestens einmal jährlich mit den Auftraggebern besprochen, um die energetische Strategie gemeinsam festzulegen.
Wie reagieren Eigentümer auf diese zunehmende Transparenz?
V.G.: Das Interesse an verlässlichen Daten und strukturierten Reportings wächst kontinuierlich. Für einige steht die regulatorische Konformität im Vordergrund, für andere die aktive Steuerung der Portfolio-Performance. Klar ist: Daten werden zur gemeinsamen Sprache zwischen Verwaltung und Eigentümern.
Wie stellen Sie den Zugang zu diesen Informationen sicher?
V.G.: Die Daten unserer bewirtschafteten Gebäude sind jederzeit über unsere Plattform „e-propriétaires“ verfügbar sowie teilweise über spezialisierte Lösungen wie jene von Signa-Terre. Unsere Kunden entscheiden selbst, ob sie die Daten eigenständig nutzen oder unsere Unterstützung in Anspruch nehmen.
Können Sie ein konkretes Ergebnis dieser Zusammenarbeit nennen?
V.G.: Ja. Mehrere unserer Kunden interessieren sich heute für zusätzliche Verbrauchsdaten – etwa Strom, Wasser oder sogar Mobilität. Das ist keine regulatorische Pflicht, sondern eine bewusste Entscheidung. Für uns zeigt das, dass die eingesetzten Lösungen einen messbaren und nachhaltigen Mehrwert schaffen.
Wie soll sich diese Dynamik künftig weiterentwickeln?
V.G.: Unser Ziel ist eine langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit. Wir investieren gezielt in den Ausbau interner Kompetenzen und den Austausch mit Partnern. Gleichzeitig delegieren wir bewusst dort, wo es sinnvoll ist. Entscheidend bleibt, unsere Kunden entlang des gesamten Prozesses zu begleiten.
Fazit
Bei Naef ist die Energiedatenbasis längst mehr als ein Indikator: Sie entwickelt sich zu einem strategischen Steuerungsinstrument für nachhaltige Immobilienbewirtschaftung und einen strukturierten Dialog zwischen Verwaltung, Partnern und Eigentümern. Die Zusammenarbeit mit Signa-Terre wirkt dabei als Katalysator für datenbasierte Entscheidungen.
Interview durchgeführt von Signa-Terre